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| Es gibt Tage, da tritt dem eingeborenen "Ossi" die Schönheit der Welt ganz besonders klar vor Augen. Ein solcher Tag war der 11. Februar 2006, an dem die "RotFuchs"-Regionalgruppe Strausberg und Umgebung zu einer Veranstaltung mit Frau Prof. Dr. Christa Luft eingeladen hatte. Vor über 50 interessierten parteilosen Linken, Kommunisten und Sozialisten, mit und ohne Parteibuch stellte das ehemalige Mitglied des Bundestages ihr 6. Buch „Wendeland, entfesselter Kapitalismus - Wendesignale" vor. Es macht erschreckend deutlich, in welcher Zeit wir leben. Die Lebensbedingungen der Gesellschaft werden seit der „Wende", also im Kapitalismus, durch das Privateigentum an den Produktionsmitteln bestimmt. Die Klasse, die die Verfügungsgewalt über diese Mittel besitzt, die Kapitalistenklasse, eignet sich die Ergebnisse der Produktion an. Die andere Grundklasse der Gesellschaft, die Arbeiterklasse, muss ihre Existenzmittel erwerben, indem sie ihren einzigen im Produktionsprozess verwertbaren Besitz, die Arbeitskraft, an die Klasse der Produktionsmittelbesitzer verkauft. Das bewirkt Ausbeutung, Arbeitslosigkeit, Armut, Hunger, Kriege, rassistische Gewalt, Umweltzerstörung und Kulturverfall. Der Kapitalismus wird zur Existenzbedrohung der Menschheit. An vielen Beispielen und Fakten erläuterte Christa Luft die regide kapitalistische Restauration, in deren Gefolge ein forcierter Abbau der durch die Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung erstrittenen politischen und sozialen Errungenschaften des 20. Jahrhunderts festzustellen ist. Die Entwicklung einer antiimperialistischen, antifaschistischen Strategie und Politik in der BRD wird unter diesen Bedingungen zur Überlebensfrage. Hier ist sich die Wirtschaftswissenschaftlerin einig mit den Zielen des „Rot Fuchs", die da heißen: Wissen und Erfahrungen vermittein, Gemeinsamkeiten organisieren, scharfe Kritik an den kapitalistischen Zuständen üben, Alternativen aufzeigen und Solidarität suchen. In Berlin vor 8 Jahren und in Strausberg im Frühsommer 2003 geboren, entstand der „Rot Fuchs" nicht im ideologischen Nebel. Er steht auf fest umrissenen Positionen. Sein Ziel ist klar definiert. Er will Sozialisten, Kommunisten und andere Gleichgesinnte zusammenfuhren, um damit auch dem Hader der Linken zu begegnen. Vielen Versprengten, Enttäuschten oder Entmutigten hat die Vereinigung eine neue politische Heimat gegeben. Seine gleichnamige Zeitschrift wird inzwischen in 27 Ländern von über 15.000 Abonnenten gelesen. Es ist eine 32 Seiten starke, reich illustrierte marxistische Monatsschrift für Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur. Während sich andere um Kernfragen der Theorie und Praxis herummogeln oder -weit schlimmer - triumphierend verkünden, sie seien längst in der imperialistischen Bundesrepublik „angekommen", steht der "RotFuchs" - um neue Erfahrungen reicher - unverrückbar zur altbewährten Sache. Seine Mitglieder haben ihre Weltanschauung nicht aus konjunkturellen Gründen oder der erlittenen Niederlage wegen über Bord geworfen. Sie sind Klassenkämpfer und wissen: Arbeitslosigkeit folgt keinem Naturgesetz, sondern resultiert aus der Gestaltung der gesellschaftlichen Verhältnisse. Wer ernsthaft und nicht nur in Worten Arbeitslosigkeit bekämpfen will, der muss auch die Produktionsverhältnisse ändern wollen. Eine dritte Möglichkeit gibt es nicht! Gewarnt durch die Erfahrungen zweier imperialistischer Weltkriege und der faschistischen Diktatur, gilt es, die demokratisch-antifaschistischen Gehalte des Grundgesetzes zu verteidigen und zugleich um eine sozialistische Bundesrepublik zu ringen. Christa Luft gab den Strausberger „Rot Füchsen" ein chinesisches Sprichwort mit auf den Weg: „Lieber eine Kerze anzünden als im dunklen jammern." |