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| Etwa 30 Zuhörer verfolgten am 30. Juni 2007 gespannt die Ausführungen Bernd Fischers, den die Regionalgruppe Schwerin des „RotFuchs“-Fördervereins eingeladen hatte, über das Thema „Zur Situation im Nahen Osten“ zu sprechen. Bernd Fischer ist intimer Kenner der arabischen Welt. Er hat in Moskau Arabistik und Außenpolitik studiert, später war er im Auftrag der HVA im arabischen Raum tätig, u.a. fünf Jahre lang als deren Resident in Ägypten. Als Diplom-Arabist spricht er natürlich arabisch und kann seine Informationen auf Originalquellen stützen. Die Beschäftigung Bernd Fischers mit dem Nahen Osten begann vor über 50 Jahren, als 1956 die Aggression des Westens und Israels gegen Ägypten in der DDR zu einer breiten Solidarisierungs-welle mit Ägypten führte. Von seinen letzten Reisen in arabische Staaten weiß Bernd Fischer zu berichten, daß die DDR dort noch in guter Erinnerung ist. Demgegenüber bezeichnete er die heutige deutsche Politik dort als erbärmlich, sie krieche den USA regelrecht "in den Hintern". Bestimmend für das Geschehen im Nahen Osten ist die Politik der USA, die die gesamte Region zwischen Afghanistan im Osten und der Atlantikküste des arabischen Maghreb im Westen im Sinne ihrer imperialistischen Interessen umgestalten wollen. Der von den USA angeführte Angriffskrieg gegen Irak hat seit 2003 über 600.000 Tote gefordert. Kern der jahrzehntelangen Auseinandersetzungen im Nahen Osten ist der israelisch-palästinen-sische Konflikt. Anhand von Landkarten zeigte Bernd Fischer die Entwicklung im ehemaligen Palästina von 1946 bis heute. Schon der „Unabhängigkeitskrieg“ Israels gegen Großbritannien 1948/49 war expansionistisch, Israel verleibte sich - über den Teilungsplan der UNO von 1947 hinausgehend - große arabische Gebiete ein. Es folgten die Aggressionen Israels in den Jahren 1956 und 1967 und die ständige Expansion in die Palästinenser-Gebiete hinein. Der heute für die Palästinenser übriggebliebene Flickenteppich macht weniger als 22 % der im UN-Teilungsplan von 1947 vorgesehenen Gebiete aus. In den palästinensischen Gebieten, besonders im Gaza-Streifen, herrschen unvorstellbare Zustände, die Infrastruktur ist völlig zerstört, kaum einer hat Arbeit. In UN-Berichten werden diese Zustände regelmäßig beklagt, aber es geschieht nichts gegen Israel. Umso verhängnisvoller ist der – von Israel und den USA gesteuerte – Bruderkonflikt zwischen Hamas und Fatah. Ausführlich schilderte Bernd Fischer die Entwicklung dieser beiden palästinen-sischen Organisationen. Er wies darauf hin, daß die Sicherheitskräfte der Fatah seit 1996 von den USA (insbesondere von der CIA) finanziert und ausgebildet werden. Im Anschluß an eine lebhafte Diskussion gab Bernd Fischer seiner Hoffnung Ausdruck, daß der palästinensische Widerstand sich wiederfinden möge. Er sei überzeugt, daß ein Volk nicht erstickt werden kann. Horst Mette |