Marxismus heute - eine Brücke zur Jugend

Am zweiten Tag seiner Mecklenburgfahrt begegnete Prof. Hans-Heinz Holz einer Gruppe aus Schülern von 12. Klassen.Er beschrieb ihnen seinen Weg von den ersten Begegnungen mit Philosophie noch als etwa gleichaltriger Knabe, über die suchenden Studien und Teilnahme an den Klassenkämpfen seiner Jugendjahre, zum konsequent handelnden und lehrenden Marxisten in der DKP. Die jungen Leute folgten gespannt und diszipliniert und mit wachsend hochachtungsvollem Staunen den souveränen Darlegungen des 77jährigen Professor Holz.
Ohne Vorlagen verwenden zu müssen, fügte er 90 Minuten Argument an Argument, vermochte durch treffende Beispiele seine Aussagen zu belegen und Konsequenzen zu ziehen. Eine Konsequenz besteht darin, die Verantwortung der Benachteiligten für den Wandel von der gegenwärtigen kapitalistischen Ungerechtigkeit zu den Idealen des Grund-gesetzes wahrzunehmen. Es ist wohl der Übereinstimmung von eigenen und beobachteten Elendserscheinungen(Arbeitslosigkeit, Ausbildungsmisere, Sozialniedergang..) einerseits und deren schlüssige Ursachenbenennung durch Holz zu danken , dass die jungen Menschen eine AHA-Effekt hatten und anstelle des verbreiteten Nullbock-pessimissmus aufgeschlossenes Interesse zeigten. H.- H. Holz verband seine aufrechte kommunistische Auffassung mit realer Kritik an der herrschenden Gesellschaft. Er nähert sich den Gegenwartsproblemen durch die Beurteilung der Tendenzen der modernen Produktion. Er verweist darauf, dass immer weniger Menschen in immer kürzeren Zeiten in der Lage sind, die Lebensmittel der Menschheit herzustellen. Bei wachsendem Profit werden immer weniger Werktätige entlohnt und also in Stand gesetzt einen Teil ihrer Produkte anzueignen.Mit der
historisch noch nie erreichten explosionsartigen Steigerung der Produktivität ( also auch Arbeitslosigkeit ) entsteht auch eine dauernde sich exponentiell verstärkende Systemkrise. Die großen Märkte dieser Welt sind aufgeteilt und die bezahlbare Nachfrage sinkt wegen der Arbeitslosigkeit. Die imperialistische Systemkrise kann zu furchtbaren Folgen hinführen, die das Leben jedes der Zuhörer betreffen kann. Sozialniedergang, Kriegsbeteiligung, Demokratieschwund, Innerer- und äußerer Terror, Niedergang in Formen für die unsere heutige Phantasie nicht reicht. Aus der dialektischen Analyse der Haupttendenzen der Gesellschaftsentwicklung leitet er ein Zukunftsbild ab, dass als Negation zur Gegenwart eine Alternative, eine auf Gemeineigentum an Produktionsmitteln basierende Gesellschafts-ordnung, voraussieht. Nur ein System das den Reichtum der Weltproduktion an die Weltbevölkerung zurückgibt, schafft immer wieder Ursache, die heutige und künftige Arbeit voranzutreiben und in reicher und produktiver Form für alle zu gestalten. Die anfangs zurückhaltende Aussprache beinhaltete die staunend ungläubige Nachfrage, ob denn der Professor tatsächlich der Meinung ist, dass der Sozialismus wiederkommen könne. Genosse Hans Heinz Holz bejahte im Prinzip, bestand aber nur auf Gemeineigentum. Vieles wird wegen der anderen Zeit ,der anderen Lage und der anderen Menschen ein erneuerter Versuch der Menschheitsbefreiung sein und könnte auch anders heißen.
G.Schmidt, Regionalgruppe Neubrandenburg
Hinweis: Interessenten können den unbezahlbaren, aber kostenlosen Videomitschnitt "Hans-Heinz Holz in Neubrandenburg" erhalten. Dennoch würden wir uns über eine Herstellungsspende freuen.