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| Am 3. April 2002 trafen sich im Leipziger Liebknecht-Haus, Wohnung der Familie Wilhelm Liebknechts und Geburtsstätte von Karl Liebknecht, 25 Genossen und Freunde, um die Regionalgruppe Sachsen des "RotFuchs"-Fördervereins aus der Taufe zu heben. Nach Hamburg, Berlin und Schwerin ist dies die vierte Gruppe, die sich anschickt, in ihrer Region eine rege, attraktive und wirksame marxistische Bildungsarbeit zu entwickeln. Der Vorsitzende des Vereins, Dr. sc. Gerhard Feldbauer, hatte in einem Grußschreiben betont, daß nunmehr in einem traditionsreichen Zentrum der revolutionären deutschen Arbeiterbewegung ein weiterer Regionalverband entstehe, von dem neue Impulse für die Zusammenführung von Kommunisten, Sozialisten und anderen mit uns verbundenen Kräften ausgehen könnten. Dieter Itzerott aus Torgau, Mitglied des Vereinsvorstandes, griff diesen Gedanken in der Diskussion wieder auf: "Wir sind offen für alle Sozialisten, Kommunisten oder Sympathisanten mit und ohne Parteibuch, für alle, die an der Aneignung und Verbreitung von Wissen oder an der Auseinandersetzung über neue Fragen der Gesellschaftsentwicklung und der marxistisch-leninistischen Theorie interessiert sind." Prof. Dr. Ingo Wagner hielt zum Auftakt ein anspruchsvolles Referat zum Thema "Der Kommunismus ist modern - Lenin und die Epoche". Die Gegenwart könne man nicht ohne Berücksichtigung der Leninschen Imperialismus-Theorie verstehen; nur vor diesem Hintergrund eröffne sich die Möglichkeit der Entwicklung in Richtung auf eine kommunistische Zivilisation. "Für mich gibt es keine nachvollziehbaren Gründe, unsere tradierte Auffassung (Epoche der sozialen Revolutionen und des Übergangs vom Kapitalismus zum Sozialismus im Weltmaßstab) generell zu den historischen Akten zu legen und durch eine Version zu ersetzen, die nur in den Bahnen einer zeitlichen |
Gliederung des Imperialismus verbleiben." Natürlich könne man Erscheinungen, die unter
dem Begriff Globalisierung zusammengefaßt würden, nicht einfach negieren. Wenn man den Epoche-Begriff jedoch darauf reduziere, werde jeder tieferen Einsicht in die Möglichkeiten neuer revolutionärer Ansätze der Boden entzogen. Mit der rasanten wissenschaftlich-technischen Entwicklung entstünden bereits im Rahmen des gegenwärtigen Kapitalismus wesentliche Bedingungen und Strukturelemente der kommunistischen Gesellschaft. "Ich sage ganz bewußt: Gerade aus dieser Sicht ist Kommunismus modern. Aber ohne Lenin, ohne einen modernen Leninismus ist der erfolgreiche Kampf um die Aufhebung des modernen Kapitalismus und seine Ersetzung zunächst durch eine sozialistische Gesellschaft nicht zu haben." So sehr man dieser Schlußfolgerung auch zustimmen möchte; manche der im Vortrag entwickelten Gedanken und Argumentationen verdienten es, gründlicher beleuchtet und diskutiert zu werden. Sicher wurde bei nicht wenigen Teilnehmern dieser Wunsch geweckt.
Nach kurzer, lebhafter Diskussion beschlossen die Versammelten einstimmig die Bildung der Gruppe und wählten, ebenfalls einstimmig, Prof. Dr. Ingo Wagner, Karl-Heinz Buschmann und Werner Heilmann in die Leitung.
Als nächste Veranstaltungen wurden ein Abend mit Botschafter a. D. Rolf Berthold zur sozialistischen Entwicklung in der Volksrepublik China sowie ein Gespräch mit Dr. sc. Gerhard Feldbauer zur Situation in der westeuropäischen Arbeiterbewegung angekündigt. An der Beratung nahmen Frank Mühlefeldt, Sekretär des Fördervereins, und Armin Neumann, "RotFuchs"-Vertriebsleiter, beide aus Berlin, teil. Sie wünschten den Leipziger Genossen Erfolg bei der Verwirklichung ihrer Vorhaben. F. M. |