26.01.2006: Rechenschaftsbericht zur Berichtswahlversammlung
der "RotFuchs"-Regionalgruppe Dresden

Liebe Freunde und Genossen!

Auch wenn der erste Monat des neuen Jahres fast zu Ende ist, möchten wir allen Anwesenden noch eine gute Gesundheit, schöne Erlebnisse und Freude in und an der Familie wünschen.
Die Januarausgabe vom „ RotFuchs" berichtete ausführlich von der zentralen Mitglieder-versammlung am 3. Dezember 2005 in Berlin. Sie befasste sich gründlich mit der bisherigen Entwicklung unseres Fördervereins und unserer Zeitschrift. Aus der Regionalgruppe Dresden, zu der auch der Raum Hoyerswerda gehört, nahmen sieben Genossen teil. Die Genossen Hommel und Strobel aus Dresden und Genösse Langrock aus Hoyerswerda sprachen zur Diskussion.
Ihr wißt, daß es im Vorfeld der Versammlung, besonders in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres, Diskussionen über den weiteren Charakter unserer Zeitschrift und besonders des sie tragenden Fördervereins gab. Es begann mit den zum Teil berechtigten Bemerkungen über die Notwendigkeit einer Überarbeitung der Satzung des Vereins. Dazu hatte sich auch die Leitung unserer Regionalgruppe Gedanken gemacht. Schließlich weiteten sich die geäußerten Überlegungen aus, erfaßten die Rolle des Vorstandes und des Chefredakteurs und endeten in den Vorstellungen von der Notwendigkeit der Umwandlung des Fördervereins in eine neue linke Partei.
Wir beschäftigten uns in der Leitung der Regionalgruppe gründlich mit dieser entstandenen Lage. In aller Kürze formuliert kamen wir zu folgender Auffassung:
1. Der „RotFuchs" ist zu einem wichtigen Instrument im Bemühen um die Sammlung von Kommunisten und Sozialsten mit und ohne Parteibuch geworden. Er findet wachsendes Ansehen, die von ihm vertretene Grundlinie in der politischen Auseinandersetzung ist richtig, sein Ansehen darf keinen Schaden nehmen und seine Existenz nicht gefährdet werden.
2. Die vom Vorstand des Fördervereins und vom Chefredakteur vertretene Linie wird von uns unterstützt.
3. Die Umwandlung des Fördervereins in eine neue Linkspartei würde die Zersplitterung der Linkskräfte weiter vertiefen und ist daher unzeitgemäß.
4. Die Satzung ist nach unserer Auffassung den neuen Gegebenheiten, z.B. dem Entstehen von Regionalgruppen, der Festlegung ihrer Rolle und Verantwortung, anzupassen und eine Finanzordnung zu erarbeiten.
Diese hier in Stichworten wiedergegebene Auffassung der Leitung unserer Regionalgruppe fanden wir in Diskussionen mit Mitgliedern, Lesern und Sympathisanten bestätigt. In einer Leitungssitzung am 12. Juli 2005 zu der wir den damals amtierenden Vorsitzenden Rolf Berthold einluden, informierten ihn über unsere Auffassung. Es gab Übereinstimmung in allen wesentlichen Punkten. Zugleich nutzten wir seine Anwesenheit zu einer ausführlichen Diskussion über einige nach unserer Meinung notwendige Änderungen am Statut, die ebenfalls zustimmend zur Kenntnis genommen wurden und auch ihren Platz im neuen Statut gefunden haben. Nach endgültiger Zustimmung durch das Berliner Landgericht wird es allen Mitgliedern zugestellt. Abschließend zu diesem Komplex können wir heute feststellen, daß unsere hier in Kürze wiedergegebene Position in einer für den „RotFuchs" nicht unkritischen Situation sich mit der Meinung der absoluten Mehrheit der Mitglieder deckt und durch den Verlauf und in den Beschlüssen der zentralen Mitgliederversammlung bestätigt worden.
Ich möchte nun einiges zur Entwicklung unserer Regionalgruppe sagen: Im September 2003 fand in Dresden die erste Leserkonferenz des „RotFuchs" statt. Es nahmen 42 Leser aus Dresden und Umgebung teil. 6 von ihnen erklärten sich damals bereit eine Regionalgruppe zu bilden. In den beiden Folgejahren erhöhte sich die Zahl auf 35 Mitglieder. Sie wohnten verteilt im gesamten Bezirk Dresden. Das war sowohl für die organisatorische als auch inhaltliche Arbeit nur schwer zu beherrschen. Wir vertraten und vertreten die Auffassung, daß bei weiterem Anwachsen der Mitgliederzahlen neue eigenständige Regionalgruppen gebildet werden sollten. So trennten sich dann die Mitglieder der Oberlausitz und bildeten die Regionalgruppe Bautzen. Erhöht sich die Zahl der Mitglieder auch im Raum Hoyerswerda wäre auch dort eine eigenständige Gruppen zu bilden. Es wird für die Gestaltung der Arbeit einfacher und für die Genossen durch Wegfall der langen Anfahrt auch kostensparender. Mit Stand vom 01.01.2006 verfügt unsere Gruppe, also Dresden und Hoyerswerda über 33 Mitglieder.
Auch die Leserzahl hat sich in diesem Zeitraum erfreulich verändert. Von ca. 110 Lesern gemeinsam mit Bautzen auf heute 308 ohne Bautzen. Diese Entwicklung zeigt, das die Zeitschrift „ RotFuchs „ ihren Platz im linken Spektrum auch unseres Raumes eingenommen hat, insbesondere auch deshalb, weil durch die Weitergabe der Zeitung an Freunde und Bekannte die Zahl der tatsächlichen Leser höher ist als die Zahl der Abonnenten. Diese Praxis sollte neben der Gewinnung neuer Leser in verstärktem Maße beibehalten werden. Wenn ich mit der quantitativen Seite erwähnt habe, dann als einen notwendigen Überblick. Viel entscheidender dürfte wohl die inhaltliche Gestaltung unserer Zeitschrift sein.
Auf der Grundlage unserer marxistisch-leninistischen Weltanschauung soll und wird die Zeitschrift immer besser am politischen und ideologischen Klärungsprozeß mitwirken, der Diffamierung der Werte der DDR entgegenwirken und den Weg nach vorn, frei von kapitalistischer Ausbeutung und Unterdrückung und hin zu einer wahrhaft demokratischen Volksherrschaft aufzeigen. Wir als Regionalgruppe wollen an diesem Prozeß nach Kräften mitwirken.
Seit unserer ersten Wahlversammlung, in der die Genossen Teichmann, Goldtscheidt, Mittag und Strobel für die Leitung gewählt wurden, führten wir regelmäßig monatlich unsere Leitungssitzung durch. Für jeweils ein halbes Jahr wurden Arbeitspläne erarbeitet in denen in der Regel drei zentrale Veranstaltungen geplant und durchgeführt wurden. Leider entsprach die Teilnahme an den Veranstaltungen mit durchschnittlich 20 bis 25 nicht unseren Erwartungen. Dabei berücksichtigten wir im vergangenen Jahr den Wunsch einiger Mitglieder die Veranstaltungen in Dresden durchzuführen. Wir nutzten dazu das „Haus der Begegnung" der PDS. Im Durchschnitt kamen aber weniger als in Heidenau. Besonders gering war die letzte im Dezember besucht, obwohl der Vortrag vom Genossen Peter Freitag außerordentlich gut recherchiert und vorgetragen war. Wir haben uns daraufhin entschlossen, die Veranstaltungen in der mit besten Voraussetzungen ausgestatteten Drogenmühle durchzuführen, von eventuellen Großveranstaltungen abgesehen die wir nach Dresden in die Zinzendorfstraße verlegen wollen. Bei der Auswahl der Versammlungsorte dürfen wir die finanzielle Seite nicht außer acht lassen. In Einschätzung aller von uns durchgeführten Veranstaltungen können wir sagen, daß es uns gelungen ist mit den ausgewählten Referenten und Themen im wesentlichen richtig gelegen zu haben. Gleichzeitig sind wir uns auch darüber im Klaren, genauso wie bei einzelnen Beiträgen im Fuchs, nicht immer die Erwartungen des Einzelnen getroffen zu haben. Ein Problem für uns besteht im hohen Kostenaufwand durch Einladung von Referenten aus der Republik. Wir hielten es deshalb für notwendig und richtig, die Möglichkeiten im eigenen Mitglieder- und Leserkreis zu erschließen. Bereits zum zweiten Male haben wir deshalb uns bekannte Persönlichkeiten zu einem Treffen eingeladen, um mit ihnen Themen für die Veranstaltungen zu beraten und aus ihren Reihen geeignete Referenten zu gewinnen oder genannt zu bekommen. Da sich diese Zusammenkünfte auch zu einem echten Meinungsaustausch entwickeln werden wir dieses Forum auch weiterhin als Bestandteil einer wirksamen politischen Arbeit beibehalten. Mitstreiter für diese Arbeit sind gern gesehen, Interessenten mögen sich bitte melden.
Erlaubt mir einige Worte zu unserem Verhältnis als „RotFuchs" - Förderverein zu anderen linken Parteien und Organisationen in unserem Wirkungsbereich: Die Zielstellung unseres Vereins, Sozialisten und Kommunisten mit und ohne Parteibuch zu sammeln, muß zugleich die Frage beantworten, wie mit jenen umgehen, die als Mitglieder oder Sympathisanten ihre politische Heimat in bestehenden linken politischen Parteien und Organisationen gefunden haben. Das betrifft Mitglieder oder Sympathisanten der DKP, der KPD, neuerdings auch der KPD (B), die in Dresden relativ präsent ist. Diese Parteien haben eigene Presseorgane. Ihre Auffassungen stimmen durchaus nicht immer mit unserer und der in unserer Zeitschrift vertretenen Meinung überein. Dazu kommt, daß es sowohl zwischen diesen Parteien als auch innerhalb der einen oder anderen Partei zwischen Führung und Basis Differenzen gibt. Sorgfältig zu beachten ist die Gestaltung unseres Verhälnisses zu den Mitgliedern der PDS und der Kommunistischen Plattform, des Revolutionären Freundschaftsbundes Ernst Thälmann mit auch internationalen Kontakten, des Marxistischen Forums, den Genossen der VdN und auch den Organisationen wie GBM und natürlich Isor und GRH.
Was kann angesichts dieser Lage „RotFuchs" tun? Daneben stehen, sich nur auf diejenigen konzentrieren, unentschieden sind und noch suchen ? Suchende sind natürlich wichtig, möglichst viele von ihnen sollten gewonnen werden. Bereits Vorhandenes außer Acht lassen aber wäre verhängnisvoll. Soll „RotFuchs" darüber stehen? Das würde bedeuten, belehren zu wollen, sich mit den verschiedensten unterschiedlichen Positionen auseinandersetzen zu müssen, zwischen alle Stühle zu geraten und sich schließlich zu isolieren. Wir denken, es gilt besonders gegenüber den Genossen der genannten linken Parteien, Trennendes bei Seite zu lassen, das Gemeinsame , uns verbindende in den Mittelpunkt zu stellen. In diesem Sinne sollten Mitglieder und Leser des „RotFuchs" in noch stärkerem Maße an der Bündelung aller dazu bereiten linken Kräfte mitwirken. Unser Zusammenwirken mit den genannten Organisationen werden wir unter Wahrung des Charakters als Förderverein weiter vertiefen. Die Mitwirkung im Koordinierungsrat des Kommunistischen Aktionsbündnisses hat auch zum Ansehen unseres Vereins und seiner Zeitschrift beigetragen und muß fortgesetzt werden. In der Koordinierungsgruppe der GBM sind wir ab diesem Jahr ebenfalls vertreten.
Für die weitere Arbeit im Verein wünschen wir uns Zusammenschluß der Mitglieder und die stete Erhöhung der Mitglieder- und Leserzahl vor allem unter jungen Leuten mit eindeutiger Ausrichtung auf die Zielstellung des "RotFuchs"-Fördervereins.