... war das Thema unserer Bildungsveranstaltung am 29. April.
Mit Genossen Dr. Klaus Steiniger hatte sich die Regionalgruppe Chemnitz/Zwickau/ Plauen einen bekannten und sehr sachkundigen Referenten eingeladen.
Wir begannen nicht, ohne vorher auf das Erscheinen der 100. Ausgabe unseres RotFuchs zu verweisen. Als herzlichen Dank für hohes persönliches Engagement übergaben wir Genossen Steiniger, stellvertretend für alle an der Zeitschrift und am Versand Beteiligten, einen Strauß blutroter Nelken und eine Urkunde mit den Unterschriften der 61 anwesenden Leser, Mitglieder und Interessenten.
Genosse Steiniger widmete sich eingangs der Geschichte der kommunistischen Bewegung und erinnerte an die Gründung der Kommunistischen Internationale 1919, die die sich gerade gründenden kommunistischen Parteien in Europa einte und straff organisierte. Schutz und Verteidigung der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und ihrer Errungenschaften war das einigende Band.
Die Bewegung erfuhr einen großen Aufschwung. Die KPD hatte bald darauf ca. 300000 Mitglieder, der RFB ebenso viele. Die Kommunistische Internationale wurde infolge sich ändernder Bedingungen in den verschiedenen Staaten während des II. Weltkrieges aufgelöst, das Informationsbüro der kommunistischen Parteien Europas übernahm zeit- und teilweise ihre Aufgaben.
Im Ergebnis des Krieges entstanden Massenparteien, mit einer oft differenzierten antifaschistische Mitgliedschaft, wie z.B. IKP und FKP, die leider nicht immer in der Lage waren, den Klassenkampf effektiv zu führen bzw. die Macht der Arbeiter zu errichten.
Der XX. Parteitag der KPdSU brach größtenteils mit der Politik Stalins.
Die Strategieänderung stellte die leninsche Politik der friedlichen Koexistenz von Staaten unterschiedlicher Gesellschaftsordnung und den friedlichen Wettstreit der Systeme in den Mittelpunkt. Ein neuer, und diesmal atomarer Weltbrand, musste verhindert werden.
Leider verlor die Arbeiterklasse der SU schleichend ihre Funktion als führende Klasse beim sozialistischen Aufbau. Rätesystem und Rätemacht wurden langfristig abgebaut. Konflikte mit China, auch bewaffnet ausgetragen, kosteten der SU das Vertrauen in Teilen der Bewegung. Dies führte zu ideologischen Grabenkämpfen und förderte schädliche Tendenzen, besonders in West- und Südeuropa. Der „Eurokommunismus" etablierte sich besonders in FKP, IKP und der Spanischen KP und spaltete die internationale kommunistische Bewegung weiter. Klaus Steiniger bezeichnete diese Faktoren als wichtige Gründe, die den Durchbruch des Kapitalismus gerade in Europa ermöglichten.
In der Gegenwart Europas nehmen die Griechische KP und die Portugiesische KP einen vorbildlichen Platz ein. Beide Parteien führen in ihren Ländern Gewerkschaftsorganisationen, haben Masseneinfluss und haben gaben ihre marxistisch-leninistische Position nicht auf. Auch die kleine KP Belgiens bleibt standhaft. Die Bewegung in Russland ist zersplittert, Teile der ehemaligen Nomenklatura haben sich zur nationalen Bourgeoisie etabliert.
In Lateinamerika bildet die standhafte KP Kubas, als marxistisch - leninistische Vorhut Kern und Herz der Bewegung. Partei und kubanisches Volk leisten umfangreiche, bald übermenschliche Solidarität zur allseitigen Unterstützung linker und sozialistischer Bestrebungen, besonders in Venezuela und Bolivien. Eine sehr positive Entwicklung vollzieht sich in diesen beiden Ländern, an der sich auch Vertreter der kleinen kommunistischen Parteien beider Staaten beteiligen.
In Asien ist die KP Chinas mit 60 Mio Mitgliedern die führende Kraft. Sie investiert enormes Potential in die Erhaltung des Friedens in der Region und forciert mit einer „Neuen Ökonomischen Politik chinesischer Art“ die atemberaubende wirtschaftliche Entwicklung ihres Landes. Bis 2050 will sie die Grundlagen des Sozialismus in China geschaffen haben.
Auch diesmal entwickelte sich eine rege Diskussion, die viele Fragen zu noch nicht genannten Parteien und Ländern einschloss.
Die schnell verronnene Zeit ließ uns keine Wahl, viele Fragen konnten nicht mehr beantwortet werden. Wir empfehlen anderen Gruppen, sich dieses Themas zu widmen.
Albrecht Geißler
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