25. April 2005: Rainer Rupp zum Thema: Welche Gefahr geht von der NATO
und ihren Gruppierungen jetzt und in Zukunft aus?


Unter linken Kräften ist er allen wohlbekannt und er ist ein gefragter Gesprächspartner, Journalist und Friedenskämpfer - Rainer Rupp. Als Kundschafter des Friedens arbeitete er viele Jahre im NATO-Hauptquartier in Brüssel und lieferte den Staaten des Warschauer Vertrages wichtige Informationen über Lageeinschätzungen und Politik der NATO aus erster Hand. Daher kam es wohl auch, dass zu dieser Veranstaltung der
"RotFuchs"- Regionalgruppe
Chemnitz/Zwickau/Plauen so viele Zuhörer anwesend waren, die der Raum kaum fassen konnte.Sein Vortrag "Welche Kriegsgefahr geht von der NATO und ihren Gruppierungen heute und in Zukunft aus?" war, wie nicht anders zu erwarten, geprägt von Sachkunde und tiefgründiger Faktenanalyse. Genosse Rainer Rupp gab anhand von Aussagen aus US-amerikanischen und NATO- Doku-menten Einblicke in die Entwicklung und Umsetzung der neuen Militärdoktrin der USA und der NATO-Staaten, die sich im Kern auf die Herstellung der unumschränkten Weltmacht der USA und die aktive Teilhabe der Staaten des Nordatlantikpakts bzw. der EU beziehen. Insbesondere die strategische Ausrichtung dieser Doktrin auf die Sicherung der wichtigsten Weltenergiereserven im Mittleren Osten und Mittelasien, sowie das Bestreben des US-Imperialismus, diese Alleinherrschaft historisch unumkehrbar zu machen, standen im Zentrum seiner interessanten Ausführungen. Als qualitativ neue Dimension stellte Genosse Rupp die Rigorosität der aggressiven Politik der konservativsten US-Kreise unter Präsident Bush jun. dar, die sich weder um Rücksichtnahme auf andere Völker kümmert, noch um ein moralisches Mäntelchen Ihrer Aggressivität bemüht ist. Somit steht aber dem Bestreben der USA,
sich andere Staaten allumfassend unterzuordnen, auch die Politik der EU zur Teilhabe an den Weltressourcen und auf Einflusserhaltung und Ausbau eigener Macht in Osteuropa und Asien gegenüber.Besorgniserregend waren für uns die Angaben über die enormen finanziellen Militärausgaben der USA, die heute die Hälfte des Rüstungsbudgets aller Staaten der Erde ausmachen, sowie über den im Vertrag von Nizza besiegelte Aufbau der hochmobilen und modernen militärischen Eingreifkräfte der EU mit weltweiter Einsatzfähigkeit. Er berichtete aber auch über die zunehmend koordinierten Anstrengungen von China, Indien und Russland, dazu einen starken wirtschaftlichen und militärischen Gegenpol zu schaffen. Nach den Worten unseres Referenten fügte eine Zwickauer Genossin, die sich aktiv der Solidaritätsarbeit mit politischen Gefangenen in der BRD widmet, einige bewegende Passagen aus ihrem Briefwechsel mit Rainer Rupp ein und dankte ihm für seine Standhaftigkeit und Friedensarbeit während seiner Haftzeit. In der regen Diskussion konzentrierten sich die Fragen auf die Kriegspolitik der USA in Irak und Iran und auf die friedensgefährdende Politik des EU- Imperialismus einerseits und die künftige Reaktion des Interessengegenpols, gebildet aus China, Indien und Russland, andererseits. Gen. Rupp und die Zuhörer waren sich einig in der Feststellung, dass sich hier gefährliches Kriegspotential zur globalen Neuaufteilung der Weit aufbaut. Umso mehr gilt es deshalb heute und in Zukunft für alle Kommunisten und Sozialisten,- sich geeint im Friedenskampf jeglichen Kriegsvorhaben dieser aggressiven imperialistischen Blöcke entgegenzustellen! Das war auch das einhellige Fazit unserer erfolgreichen Veranstaltung und Prof. Werner Roß schloss im Namen aller Teilnehmer mit herzlichen Dankesworten an Rainer Rupp diese erkenntnisreichen Stunden ab.