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| Dies war das Thema unserer Bildungsveranstaltung am letzten Februarwochenende. Mit Genossen Prof. Dr. E. Lieberam hatte sich die Regionalgruppe Chemnitz/Zwickau/Plauen einen bekannten, wie auch sehr sachkundigen Referenten und Gesprächspartner eingeladen. Ausgehend von der Marx'schen 11. Feuerbach-These „ Die Philosophen haben..., es kommt aber darauf an, sie zu verändern!" beschrieb er eingangs die sich verschärfenden Widersprüche in den hoch entwickelten Industrienationen, die rasante Entwicklung der modernen Produktivkräfte und die Auswirkungen des Fehlens einer realen sozialistischen Alternative in der Gegenwart. Dem entsprechend erkennt die marxistische Linke, dass sich das Kräfteverhältnis der Klassen zugunsten des Kapitals verändert hat. Zudem agiert der Staat offen, gewaltsam und rücksichtslos im Interesse der herrschenden Bourgeoisie und treibt in nie gekanntem Maß die Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums von unten nach oben voran. Resultat dessen ist, wie Gen. Lieberam an Hand aktueller Fakten nachweisen konnte, die stetig wachsende Verarmung |
| breiter Bevölkerungsteile, die auf Lohnarbeit angewiesen sind oder schon aus dem Arbeitsprozess verdrängt wurden. Sinkende Reallöhne, dazu steigende Arbeitszeiten, sich umfassend verschlechternde Arbeitsbedingungen und das Pressen in prekäre Arbeitsverhältnisse verschärfen diesen Prozess. Trotz dessen sind aber 400 Mrd. Euro vagabundierendes Kapital der Beleg dafür, dass gegenwärtig große Schwierigkeiten bei der Kapitalverwertung bestehen, welches weltweite Kriegsgefahren weiter stark erhöht.Die Frage, ob sich diese soziale Polarisierung auch schnell in politische Polarisierung weiter entwickelt, konnte wohl keiner aus unserer Runde beantworten. Das „Maß des Geldbeutels" differenziert auch zunehmend innerhalb der Arbeiterklasse. Neben dem Teil der noch relativ gut abgesicherten Menschen, wächst aber der Anteil der unzufriedenen, verbitterten und demotivierten Menschen. Kampfschwache Gewerkschaften bieten keinen Rückhalt, spontane, kurzatmige Aktionen Weniger bestimmen das Bild der sozialen Kämpfe. Genosse Prof. Lieberam formulierte deshalb das klare Fazit: Die linken |
| marxistischen Kräfte müssen ihre Defensivhaltung überwinden, illusionslos den Kampf gegen das Kapital verstärken und der Arbeiterklasse wieder wissenschaftlich fundiert Ziel und Weg des Kampfes weisen, damit sie zukünftig schnell als handlungsfähiges Subjekt in die Politik eingreifen kann. Dazu gehört auch, dass die Marxisten-Leninisten deutlich Klartext reden und danach handeln. Unsere Diskussion brachte weitere Facetten dieser umfassenden Thematik zutage und die abschließenden Worte von Gen. Lieberam verdeutlichten wichtige Faktoren der revolutionären Praxis: Erfolge werden wir dann erreichen, wenn wir, gestützt auf Marx, Engels und Lenin auf den Gemeinsamkeiten der Bewegung aufbauen, Schmerzgrenzen definieren, aber auch Kompromisse zeitlich eingehen und Toleranz üben, dann konsequent, schrittweise vorangehen und stets die Interessen der Ausgebeuteten zum Ziel unseres Handelns machen. Die Mitglieder unserer Regionalgruppe dankten Gen. Lieberam sehr herzlich für seine wissenschaftlich begründeten und sehr anschaulich vermittelten Ausführungen. Sie nahmen wichtige Erkenntnisse, Optimismus und viel Kraft für ihr revolutionäres Engagement mit auf den Weg. Albrecht Geißler |