Zum historischen Subjekt bei der Überwindung des Kapitalismus

Am letzten Samstag im Januar trafen sich die Mitglieder und Sympathisanten der Rotfuchs­-Regionalgruppe Chemnitz/Zwickau/Plauen in Zwickau, um sich einem sehr aktuellen, aber auch schwierigen Thema zu widmen. Unser Gast, Gen. Herbert Münchow aus Leipzig, sprach „Zum historischen Subjekt bei der Überwindung des Kapitalismus". Sein Vortrag, recht wissenschaftlich fundiert, vermittelte uns wichtige Grundlagen zur Beurteilung des gegenwärtigen Entwicklungsstandes der werktätigen Massen und bot einen guten Einstieg in die rege und auch kontroverse Diskussion. Ausgehend vom Klassenkampf als Triebkraft der Geschichte, kann nur die Klasse der vom Eigentum an Produktionsmitteln freien Lohnarbeiter letztendlich das objektive Interesse am radikalen Umsturz der gesellschaftlichen Verhältnisse haben und diesen auch umsetzen. Gen. Münchow hatte seine Analyse der Arbeiterklasse mit vielschichtigen Fakten untermauert und stellte aber auch das historische Subjekt dieses Prozesses als eine sehr heterogene Menschenmasse dar. Mangelhafte geistige Distanzierung von scheinbar allgegenwärtiger bürgerlicher Ideologie der einzelnen Subjekte, schwache reformistische Gewerkschaften mit einer dem Opportunismus verfallenen Führung und das Fehlen einer marxistisch - leninistischen Partei, der konsequenten Führungskraft mit wissenschaftlicher Programmatik, kennzeichnet die aktuelle Situation. Alternativ dazu stellte Gen. Münchow die richtigen Forderungen nach der Vertiefung des Klärungs- und Selbstverständigungsprozesses unter den revolutionären Linken, die Unterstützung revolutionären Kräftegruppen in den Gewerkschaften und die Formierung einer neuen Avantgardepartei mit revolutionärer Massenbasis und Masseneinfluss zur Diskussion. Im Einklang mit der Meinung der Teilnehmer verwies Gen. Münchow auf die unbedingte Notwendigkeit über zielstrebige politisch-ideologische und organisatorische Arbeit der geeinten revolutionären Kräfte, die ausgebeuteten und die von der gesellschaftlichen Produktion ausgeschlossenen Gruppen selbst zu einen und sie zu langfristigem, koordiniertem Kampf zu führen. Die Gewerkschaften müssen zukünftig wieder zu konsequenter Interessenvertretung ihrer Mitglieder geführt und als Kampforganisationen der Arbeiterklasse erneuert werden. Die anschließende Diskussion brachte die weitgehende Zustimmung der Anwesenden zum Ausdruck und ergänzte die Analyse um aktuelle Aspekte zur neuen Qualität sozialer Ausgrenzung und Marginalisierung breiter Schichten im hoch entwickelten Kapitalismus. Gerade daran zeigt sich heute die Differenziertheit, die vielschichtige und recht komplizierte Verfasstheit des historischen Subjekts zur Überwindung des Kapitalverhältnisses. Angesichts der enorm differenzierten Thematik bekräftigte Gen. Prof. Werner Roß in seinen abschließenden Worten die dringende Notwendigkeit, heute mit klaren politisch - ideologischen Positionen den Verständigungsprozess der revolutionären linken Kräfte zur Bildung einer marxistisch- leninistischen Avantgardepartei gezielt weiterzuführen. Die Mitglieder der RF - Regionalgruppe sind bereit, sich dieser Aufgabe zu stellen, erkennen aber darüber hinaus und zukünftig großen Bedarf an tief greifender Diskussion zum Thema der Veranstaltung.
Albrecht Geißler