25. Oktober 2005, 16.30 Uhr:
Wer kennt ihn nicht? Günter Görlich bei den Berliner "RotFüchsen"


Günter Görlich, allseits bekannter Schriftsteller der DDR und als solcher Verfasser beliebter Romane und Erzählungen sowie vieler Kinder- und Jugendbücher, las in der Berliner "RF"-Gruppe aus seinen Erinnerungen, festgehalten in "Keine Anzeige in der Zeitung - Erinnerungen", erschienen im Jahr 1999 in Berlin. Verschiedenste Episoden und unterschiedlichste Erlebnisse werden spannend und anregend erzählt. Beim Schreiben wunderte sich der Autor zuweilen über seine "verschlungenen Lebenswege".
Geboren in Breslau, als Kriegsgefangener im Ural, dann die Ankunft in Berlin, wo er das Werden der DDR miterlebte und schließlich 1989 im "Wechselbad der Gefühle", saß er 5 Jahre später in Hamburg an seinem Schreibtisch, blickte auf den altehrwürdigen "Michel" und erinnerte sich zurück: an seine Eindrücke im Kloster Sagorsk im Sommer 1989 und kurz danach u.a. an die Eröffnung der Hamburger Ausstellung "Kinder- und Jugendliteratur der DDR", die national und international gewürdigt worden ist.
Wie beliebt seine in hohen Auflagen erschienenen Bücher waren, wurde in der nach seiner Lesung folgenden Diskussion mehrfach hervorgehoben, ebenso seine Fähigkeit, sich in die Gedanken- und Gefühlswelt von Kindern und Jugendlichen hineinzuversetzen. Er habe, so betonte er, die Probleme der ja nie konfliktlos verlaufenen Geschichte der Deutschen Demokratischen Republik dargestellt und versucht, Lösungen zu finden, seine Leser hätten das zu schätzen gewußt. Zwar bestehe Anlaß zur Trauer über die Beseitigung der DDR, doch anderseits gebe es genügend Gründe, auch voller Stolz zurückzublicken. Die Welt sei nicht nur durch das Prisma der deutschen Dinge zu sehen, weltweit seien auch verschiedene Ansätze sichtbar, die optimistisch machen könnten.