10. Juni 2005: Blockpolitik in der DDR...


... war das Thema der Regionalgruppenveranstaltung Berlin des "RotFuchs"-Fördervereins am 10.06. 2005. Vertreter der ehemaligen Blockparteien in der DDR (SED, CDU. NDPD und DBD) nahmen daran teil.
Nach der Zerschlagung des faschistischen Regimes erteilte die Sowjetische Militäradministration 1945 die Erlaubnis zur Gründung demokratischer Parteien. Auf Vorschlag von Walter Ulbricht (1893-1973) wurde zur Gründung eines antifaschistisch - demokratischen Blocks aufgerufen, um austilgen zu können, "was die schwerste Katastrophe, die je über ein Land gekommen ist", verursacht hatte, wie es im Gründungsaufruf hieß. Als Lehre aus der Geschichte erfolgte die freiwillige und gleichberechtigte Bündelung aller antifaschistisch-demokratischen Parteien. Diese vertraten die verschiedenen Klassen und Schichten der Bevölkerung. Als Besonderheit war die DBD die einzige demokratische Bauernpartei in der deutschen Geschichte. Eine Bündnisarbeit wurde entwickelt: zum demokratischen, später sozialistischen Aufbau. Diese Entwicklung war nicht konfliktfrei, erste Differenzen traten bereits bei der Demokratischen Bodenreform auf. Es gab wichtige Initiativen der verschiedenen Parteien, was mit Beispielen belegt wurde. In den 70iger und 80iger Jahren kam es, wie in unserer Veranstaltung mehrfach kritisch betont wurde, zu mehr formaler Blockarbeit sowie zur SED-Dominanz, die leider manche Initiative gebremst hatte. Wenn auch mit Wiedersprüchen, wirkten die Blockparteien über vier Jahrzehnte. Tatsache bleibe, so wurde festgestellt, daß in der DDR mehrere unterschiedliche Parteien zusammengearbeitet und sich gemeinsam zum sozialistischen Aufbau bekannt haben. Es sei dies eine wesentliche eigenständige Leistung, die die DDR in die Geschichte der sozialistischen Staaten eingebracht habe. Neben den eigenen subjektiven Fehlern müßten auch die schwierigen historischen Bedingungen beim Aufbau der DDR gesehen werden. Der demokratische Block in der DDR sei auf jeden Fall ein eigenständiges Modell gewesen, das allerdings noch mehr zum Wohl aller Schichten der Bevölkerung hätte genutzt werden können. Für unsere gegenwärtigen Aufgaben in der imperialistischen BRD ergebe sich, möglichst viele Menschen anzusprechen und sie zur Mitarbeit in unseren Reihen zu gewinnen.