Sehr unterschiedliche Wege nach Sibirien

Unter dieser Überschrift hatte die Berliner Gruppe des "RotFuchs"-Fördervereins zu einer Veranstaltung am Freitag, dem 14.03.2008, 16.30 Uhr in der Begegnungsstätte der Volkssoli-darität, Torstraße 203 in Berlin, eingeladen. Trotz erschwerter Verkehrs- und Witterungs-bedingungen war der Saal wieder so voll, daß es noch etlicher Stühle aus den Nebenräumen bedurfte. Der jetzt fast 93jährige Walter Ruge, Jungkommunist im Berlin Anfang der 30er, Antifaschist, Emigrant in der Sowjetunion, langjähriger Lager-Häftling und Verbannter in der Stalin-Zeit, nach Rehabilitierung und Rückkehr in die DDR Mitarbeiter der DEFA und des Fernsehens, standhafter Kommunist mit heißem Herzen und wachem Verstand, körperlich wie geistig voller Lebenskraft und Optimismus begeisterte seine Zuhörer. Er sprach über die "sehr verschiedenen Wege" nach Sibirien - den Weg von Amundsen (den er schon als Achtjähriger bewunderte), seinen eigenen schweren Weg und über heutige Besuchsreisen in das weite Land jenseits des Ural und las aus seinem Buch "Treibeis am Jenissej". Die Fragen der Zuhörer bezogen sich auf Walter Ruges persönliches Leben, auf seine Gedanken und Gefühle damals und heute, auf die Zerstörung der UdSSR, auf das jetzige Rußland und unsere eigene Geschichte. Scharf grente er sich ab von allen Versuchen, die Oktoberrevolution, den beispielhaften sozialistischen Aufbau in der Sowjetunion und ihren entscheidenden Beitrag zur Zerschlagung des Hitlerfaschismus zu diffamieren.
So erhielten wir eine zusätzliche und sehr persönliche anschauliche Bestätigung auch der Auffassungen, die Walter Rüge im RotFuchs, in der "jungen Welt" und in den Mitteilungen der Kommunistischen Plattform zu diesen Fragen veröffentlicht hatte. Der Abend fand seinen Abschluß mit einem herzlichen Dank aller Anwesenden.