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| 14. September 2007: Der „Prager Frühling“ im Widerstreit der Meinungen 56 Mitglieder und Gäste der Regionalgruppe Berlin des "RotFuchs"-Fördervereins konnten diesmal Klaus Kukuk, den ehemaligen Mitarbeiter der Botschaft der DDR in Prag, in ihrer Mitte begrüßen. Er hatte die 1992 von Vaclav Bilak verfassten Erinnerungen an die Prager Ereignisse von 1968/69 in die deutsche Sprache übersetzt. Klaus Kukuk ging in seinen Ausführungen davon aus, daß ehrliche Genossen, die den linken Flügel der KPC bildeten, an ihrer Spitze vor allem auch Bilak, wirkliche Verbesserungen der sozialistischen Ordnung in der CSSR erreichen wollten. Die von Ota Sik 1966 entwickelte Reform zur Leitung der Volkswirtschaft, war das Konzept zur Wiedereinführung des Kapitalismus, zur Wiederherstellung einer bürgerlich-demokratischen Ordnung. Unumwunden gab Sik 1989 zu, dass seine Reform ein Feigenblatt war. Die wirkliche Absicht der Konterrevolution wurde verbrämt mit der Phraseologie von der Schaffung eines Sozialismus mit menschlichem Antlitz. Die notwendige internationale Hilfsaktion der 5 sozialistischen Länder um den 21./22. August 1968 war ein schwerwiegender, aber notwendiger Schritt, um den „Status quo“ in Europa nicht zu gefährden und damit den Weltfrieden zu erhalten. Die Erkenntnis bildete sich stärker heraus, dass die sozialistischen Länder nur im Bündnis mit der Sowjetunion sich erfolgreich entwickeln können. So war der „Prager Frühling“ 1968 der Probelauf für die Konterrevolution, die schließlich 1989, nach der Aufkündigung des sozialistischen Bündnisses durch die Sowjetunion selbst erfolgreich war. Die Ereignisse von Prag sind gerade heute von großer aktueller Bedeutung. Vor allem widerlegen sie die irrigen Auffassungen auch unter etlichen linken Kräften in Europa, daß ein „menschlicher Sozialismus“ bzw. ein „sozialverträglicher Kapitalismus“ eine Alternative zum realen Sozialismus wären. Anerkennend hob Klaus Kukuk hervor, dass sich heute die KP Böhmens und Mährens dem revolutionären Erbe, der Aufarbeitung der Ereignisse von vor 40 Jahren, stellt. Die KP hat ein Projekt zur Schaffung des Sozialismus des 21. Jahrhunderts auf marxistischer Grundlage entwickelt, das nach breiter Diskussion demnächst auf einem Parteitag beschlossen werden soll. In der anschließenden angeregten Diskussion berichteten Genossen auch an Hand persönlicher Erlebnisse und Erfahrungen über die damaligen Ereignisse in Prag. U.a. wurde auf die Tatsache verwiesen, daß trotz der von der Konterrevolution gepredigten „Gewaltfreiheit“ durch sie enorme Mengen von Waffen nach Prag geschafft, „schwarze Listen“ erstellt und Internierungslager vorbereitet wurden. Wolfgang Schulze, RG Berlin |