16. Februar 2007:
Wie braun waren unsere "Braunbücher"?


[1.] Zum Thema "Wie braun waren unsere Braunbücher?" referierte diesmal Genosse Dr. Nobert Podewin.
[2.] Gen. P. berichtete über seine Entwicklung in der DDR. Er arbeitete in einer Betriebs- und Bezirkszeitung. Seine kritischen Bemerkungen wurden öfters vom RIAS zitiert, was Gen. Norden auf ihn aufmerksam machte. Anfang der 60er Jahre arbeitete Gen. Norden mit einem Kollektiv an einem Braunbuch, das die Verbrechen der von der BRD übernommenen faschistischen Würdenträger bloßstellte und entlarvte. Zu dieser Arbeit wurde Gen. P. herangezogen.
Die Arbeit in dem Kollektiv von Albert Norden war für Gen. P. eine "unglaublich aufregende Zeit". Bei der Arbeit an dem Braunbuch reiste Gen. P. oft in die sozialistischen Bruderländer, um in Archiven Fakten zu dokumentieren, wobei alle angesprochenen Partner hilfsbereit und aktiv mitgearbeitet haben.
Gen. P. ist nach wie vor begeistert von Gen. Norden (4.12.1904-30.5.1982), der schon mit 15 Jahren dem kommunistischen Jugendverband angehörte und sein ganzes Leben aktiv und engagiert für die Sache gekämpft hat. Das erste Braunbuch über den Faschismus wurde ja unter maßgeblicher Beteiligung von Gen. Norden in seiner Pariser Emigration 1933 fertiggestellt. Es erschien im gleichen in Basel. Die Braunbücher der DDR schlossen sich der kämpferischen Tradition des ersten an, die Auflagen gingen in die Millionen und wurden in viele Sprachen übersetzt.
Im Gegensatz zur BRD wurden in der DDR einige Prozesse gegen hohe Repräsentanten der BRD, die unmittelbar aus den faschistischen Gremien übernommen wurden, geführt. Zum Beispiel 1961 gegen Oberländer und 1963 gegen Globke. Das Credo von Gen. Norden: Ohne Globke keinen Eichmann. Für ihn waren die Schreibtischmörder die schlimmsten.
[3.] Diskussion. In der Pause zwischen Vortrag und Diskussion wurde die leider längst vergriffene Auflage seiner Norden-Biographie verkauft. Viele Diskussionsteilnehmer bedankten sich für die sehr interessanten und aufschlußreichen Ausführungen von Genossen Podewin. Die BRD hatte nie dem Braunbuch etwas entgegenzusetzen. Ein erbärmlicher Versuch wurde vom "Untersuchungsausschuß freiheitlicher Juristen", etabliert in Westberlin um gegen die DDR zu hetzen, unternommen. Hatte allerdings keinen Erfolg. Natürlich gab es auch in der DDR vereinzelte ehemalige Angehörige faschistischer Organisationen. Ein großer Teil davon hat mit seiner braunen Vergangenheit gebrochen und war voll auf unserer Linie. Es gab auch vereinzelte "Untergetauchte", die allerdings jeweils nach Entlarvung ihrer gerechten Strafe zugeführt wurden.
[4.] Zusammenfassung. Auch heute noch sind die Braunbücher interessant und lesenswert. Nichts ist erstunken und erlogen, wie von den bürgerlichen Massenmedien immer wieder behauptet wird. Im Jahre 2002 erschien ein Nachdruck der letzten Auflage des Braunbuches von 1968. Dieses Buch wird den Leuten empfohlen, die sich für diese Jahre und die Auseinandersetzungen interessieren.
Genosse Podewin bedankte sich für die Aufmerksamkeit und das rege Interesse der RotFüchse. Er ist gerne bereit, auch bei weiteren Veranstaltungen des RotFuchs-Vereins teilzunehmen.