Zum 70. Jahrestag der
Interbrigaden in Spanien


Anlässlich des 70. Jahrestages der Interbrigaden im spanischen Bürgerkrieg versammelten sich ca. 60 Berliner „Rotfüchse", um derer zu gedenken, die mit ihrem Leben gegen die faschistische Franco-Diktatur und ihre deutschen und italienischen Helfershelfer mit der Waffe in der Hand kämpften.
Unsere Gäste waren Fritz Teppich, einer der letzten Überlebenden dieses Krieges, und der in der DDR wohlbekannte und geschätzte Drehbuchautor und Filmregisseur, Rudi Kurz, der auch den bewegenden Film „Hans Beimler-Kame-rad" gedreht hat.
Zu Beginn unserer Veranstaltung appellierte Fritz Teppich mit eindringlichen und bewegenden Worten an uns, an alle unsere Freunde und Genossen, alles zu tun, damit es nie wieder zu solchen Verbrechen, wie die Bombardierung und Zerstö-rung der spanischen Stadt Guernika" durch die deutsche faschistische „Legion Condor" kommen kann.
Aber die Bundesrepublik Deutschland, entsendet wieder Soldaten in die halbe Welt und beteiligt sich aktiv an militärischen Aktionen, nach dem Balkan, dem Hörn von Afrika, im Kongo und Afghanistan, nun auch noch im Libanon. Überall dort soll das „Vaterland verteidigt" werden!?
Die deutschen Verbrechen von Guernika haben damals die Welt aufgescheucht. Der israelische Bombenhagel auf Beirut, die Hauptstadt eines souveränes Staates, eines Mitgliedes der UNO, hat in Deutschland seitens der Regierenden keine Proteste ausgelöst und offensichtlich die wohlwollende Unterstützung der USA genossen. Die Politik des israelischen Staates war und ist geprägt von den strategischen Zielen, die bereits 1919 am Rande der Pariser Friedenskonferenz formuliert wurden - der Schaffung eines Staates „Groß Israel"auf arabischen Territorium.
Rudi Kurz skizzierte anschließend die Entstehung seines Filmes „Hans Beimler - Kamerad", der im Fernsehen der DDR in mehreren Teilen ausgestrahlt worden war. Die Vorführung des letzten Teils dieser Reihe beschloß die Veranstaltung.
Obwohl dieser Film noch in schwarzweiß gedreht war, und die meisten der Anwesenden ihn längst gesehen hatten, hinterließ er einen tiefen Eindruck auf uns, zeigte er doch, mit welchem Mut die Kämpfer der Interbrigaden gegen einen militärisch überlegenen Feind kämpften, verdeutlichte er die Solidarität der Interbrigadisten mit dem spanischen Volk und seiner gewählten demokratischen Regierung und nicht zuletzt den tiefen humanistischen Glauben an Freiheit und Menschlichkeit der Kämpfer, egal aus welchen politischen Lagern sie nach Spanien gekommen waren. Kommunisten, Sozialdemokraten, fortschrittliche Intellektuelle bürgerlicher Herkunft standen in einer gemeinsamen Front gegen den spanischen, deutschen und italienischen Faschismus, der die wohlwollende Duldung der kapitalistischen Großmächte genoß.
Es wurde deutlich, wie sich historische Bilder gleichen können!
Klaus Baunack