5. Mai 2006:
Prof. Dr. Stefan Doernberg: "Fronteinsatz"


Die Berliner Rot-Fuchs-Gruppe mit Lesern und interessierten Gästen traf sich diesmal mit Professor Dr. Stefan Doernberg, der bei dieser Gelegenheit - wenige Tage vor der Wiederkehr des Tages der Befreiung - sein Buch "Fronteinsatz“ vorstellte. Dieser heute 82jährige Genosse hat als Offizier der Roten Armee, als Journalist, als Botschafter der DDR und immer als Historiker - nie nur als Betrachter, immer als Mitkämpfer der Zeitgeschichte - seinen Mann gestanden und steht auch heute im "Fronteinsatz“, wie unsere Veranstaltung bewies. Nach der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution war zweifellos die Rettung der Menschheit vor der faschistischen Barbarei durch den Sieg der Sowjetunion das geschichtsprägendste Ereignis des 20. Jahrhunderts. Weder das zaristische Rußland noch das Rußland von heute und auch keine andere Macht der Welt wäre fähig gewesen, dem faschistischen deutschen Imperialismus und seinem Drang nach der Weltherrschaft Einhalt zu gebieten - das konnte nur die von der sozialistischen Gesellschaftsordnung geprägte UdSSR.
Genosse Doernberg positionierte sich zu den Fragen des Nichtangriffspaktes von 1939, zur Rolle der Antihitlerkoalition und vielen anderen heute unter Linken heiß diskutierten Problemen. In der lebhaften, teils durchaus kontrovers geführten Aussprache, die sich seinen Ausführungen anschloß, spielte die Herbeiführung der Arbeitereinheit durch die Vereinigung von KPD und SPD zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands 1946, der XX. Parteitag der KPdSU 1956, der heute auch von der PDS-Führung verwandte Slogan "Stalinismus“, die Sicherung der DDR-Staatsgrenzen, 1961, die Ereignisse 1968 in der CSSR, die Konterrevolution von 1989/90 und der Prozeß der Herausbildung einer neuen Linkspartei im heutigen Deutschland eine Rolle.
Die Teilnehmer der Veranstaltung nahmen das Erscheinen der 100. Ausgabe unserer Monatsschrift "RotFuchs" zum Anlaß, deren Chefredakteur Klaus Steiniger, seinem Redaktionskollektiv und den Vertriebsorganisatoren mit Armin Neumann an der Spitze für ihre aufopferungsvolle und erfolgreiche Arbeit herzlich zu danken.