7. April 2006:
"Brennpunkt Nahost"


Die am 7. April in der Berliner RF-Regionalgruppe durchgeführte Zusammenkunft mit Oberst a. D. Bernd Fischer, Verantwortlicher des Bereichs Naher Osten in der Hauptverwaltung Aufklärung des MfS, lockte mehr als 80 interessierte Gäste an. Unter dem Thema “Brennpunkt Nahost” hat der Referent die Teilnehmer mit historischen, politischen und sozialen Aspekten der Entwicklung in dieser Region vertraut gemacht. Deutlich wurde dabei, daß der insgesamt 500 Millionen Ein-wohner zählende Raum immer wieder von sehr vielschichtigen und langandauern-den Konflikten erschüttert worden ist. Dazu zählen die Auseinandersetzungen zwischen dem palästinensischen Volk und den zionistischen Kreisen Israels genauso wie die Politik Washingtons in Irak, Iran, Syrien und anderen Gebieten. Letztlich geht es immer um Erdöl, seltene Metalle, also um Rohstoffe. Der Redner wies auf die Rolle der Arabischen Liga mit ihren 22 Mitgliedsstaaten hin, die eigentlich aufgerufen ist, entstehende Konflikte zu entschärfen. Dieser Verantwortung kann sie nicht gerecht werden, da dort jene Kräfte das Sagen haben, die sich den USA unterordnen. Die USA, die den Nahen Osten seit den 80er Jahren als “lebens-wichtige Region” definieren, sind dort bis heute präsent.
Bernd Fischer wies aber auch darauf hin, daß die Vereinigten Staaten in Rechnung stellen müssen, daß die von ihr geschürten Konflikte mitunter eine ihren Zielen zuwiderlaufende Eigendynamik entwickeln, wie das Beispiel der von der Hamas gewonnenen Wahlen in den palästinensischen Gebieten zeigt. Eingegangen wurde ebenso auf die von der Bundesrepublik Deutschland im Nahen Osten verfolgte Politik. Die Vielzahl der in der Diskussion gestellten Fragen zeigt, daß das Thema unter “RotFuchs”-Lesern auf großes Interesse stößt. Der Redner beantwortete diese mit großer Sachkenntnis und Überzeugungskraft. Er nahm Stellung zu Fragen nach dem Charakter der Fatah und der Hamas, zu sozialen Klassenauseinander-setzungen im Nahen Osten, zur geschichtlichen Entwicklung Israels und seiner aktuellen Politik und nicht zuletzt zur Rolle von kommunistischen Parteien in diesem Raum. Die Veranstaltung war für alle ein großer Gewinn und sollte auch in anderen Regionalgruppen “Schule machen”.