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| 10. Februar 2006, 16.30 Uhr: Prof. Dr. Hans Heinz Holz: "Marxismus heute" Nicht nur die Leser des "RotFuchs" hatten sich im überfüllten Saal der Begegnungsstätte der Volkssolidarität versammelt, um den wohl bedeutendsten marxistischen Philosophen der Gegenwart zu hören. Es heißt oft: Marx und Engels lebten im 19. Jahrhundert und was sie erkannten, sei für die damaligen Verhältnisse sicher richtig gewesen, aber heute sei eine andere Zeit, wir stünden vor ganz anderen Problemen, und die bedürften anderer Antworten. Ist dem so, oder bietet der Marxismus nicht nach wie vor die einzig wissenschaftliche Erklärung auch der heutigen gesellschaftlichen Entwicklung und eine daraus resultierende Anleitung zu ihrer Veränderung? Marx und Engels leiteten den wissenschaftlichen Sozialismus aus der Analyse der Widersprüche der kapitalistischen Gesellschaft ab, und gerade mit dieser Gesellschaft haben wir es ja heute zu tun. Natürlich leben wir nicht mehr in der Zeit der Segelschiffahrt, die modernen Kommunikationsmittel haben die Welt ganz anders verändert und die heutigen Produktivkräfte bieten der Menschheit ganz andere Möglichkeiten, positive wie negative. Aber immer noch haben wir es mit derselben ökonomischen Gesellschaftsformation zu tun, dem Kapitalismus, seinen Eigentumsverhältnissen, seinem Akkumulationsgesetz und allem, was daraus folgt. Die Erscheinungsformen haben sich verändert, aber was jetzt "Globalisierung" genannte wird, ist doch im Wesen nichts anderes als das nach dem Drang nach Maximalprofit geschuldete Streben des Kapitals, die ganze Welt seinem Verwertungsprozeß zu unterwerfen. Die Arbeiterklasse ist heute anders strukturiert als zu Marx' Zeiten; da sich aber das Wesen ihrer Ausbeutung nicht geändert hat und die bestehenden Machtverhältnisse die Veränderung des Wesens der Ausbeutung ausschließen, bleibt die revolutionäre Umwälzung der Macht- und Eigentumsverhältnisse der einzige Weg zur Befreiung von Ausbeutung. Und da die Widersprüche der kapitlistischen Gesellschaft besonders in der Epoche des Imperialismus immer wieder Kriege hervorbringen, ist dieser Weg auch der einzige zur Rettung der Menschheit vor ihrer Vernichtung. Aber dagegen formiert sich gegenwärtig vielerorts der Widerstand. Die heutigen revolutionären Bewegungen in Lateinamerika sind zwar keineswegs etwa im Marxismus verwurzelt, Protestbewegungen wie das Sozialforum oder "Attac" auch nicht und die in Deutschland sich bildende neue Linkspartei unter Lafontaine wendet sich gegen den Neoliberalismus. Das alles hat nicht viel mit Marxismus zu tun - aber wir gehen mit ihnen zusammen, auch wenn sie vielleicht nicht den ganzen Weg, der zu unseren Zielen führt, mit uns gehen werden. Weltweit wirken die Widersprüche zwischen den imperialistischen Mächtegruppen und die werden keineswegs, wie zuweilen behauptet wird, durch "einen globalen Imperialismus" ersetzt. Das Kapital ist bestrebt, die Arbeiterklasse national wie international zu spalten, aber wir setzen dem den Proletarischen Internationalsimus entgegen, doch es bedarf immer wieder einer konkreten Situationsanalyse der Widersprüche innerhalb der kapitalistischen Gesellschaft in den einzelnen Ländern, um eine gemeinsame Strategie im internationalen Klassenkampf zu erhalten. Wir alle aber, so Hans Heinz Holz am Ende seines Vortrages, müßten das uns Mögliche tun, um besonders die jungen Menschen zu erreichen, die -emotional bewegt- etwas für die positive Veränderung der Gesellschaft tun wollen. Ihnen müssen wir das Wissen über Weg und Ziel einer solchen Veränderung vermitteln. Achtung: Die gesamte Veranstaltung in Bild und Ton wurde aufgezeichnet und eine Video-DVD kann beim "RotFuchs"-Vertrieb gegen Spende angefordert werden! |